Hongkongs und Chinas Flaggen

Wohnen in Hongkong

Wo soll ich wohnen...?

Wenn man längere Zeit in Hongkong bleibt, wird ein Hotel auf Dauer wohl etwas teuer. Für den Übergang oder auch auf Dauer bieten sich die Caritas Hostels auf Hong Kong an. Es gibt eins für Männer (2 Cain Rd, Central, direkt an der katholischen Kathedrale) und eins für Frauen (Ecke Pok Fu Lam Rd/High Street, Sai Ying Pun). Zumindest in dem für Männer ist es kein Problem, auf der Stelle ein Zimmer zu bekommen. Der Preis für ein Zimmer mit Bad ist Verhandlungssache, irgedwo zwischen HKD 100 und 150 am Tag. Auch auf die Kündigungsfrist kann man sich einigen, wenige Tage sind möglich. Beiden Hostels zum Nachteil gereicht allerdings, dass sie nachts geschlossen sind. In dem für Männer gibt es immerhin noch einen Nachtwächter, den man raus klingeln kann, in dem für Frauen muss man dann schon seine Nachbarn wecken.

Die beste Möglichkeit ist sicherlich Flat Sharing, also in einer WG zu wohnen. Sowohl in der South China Morning Post als auch in Wochenblättern wie dem Hong Kong Magazin, das in Kneipen ausliegt, findet man genügend Annoncen. Darüberhinaus kann man auch noch an den schwarzen Brettern in den Supermärkten Welcome und ParknShop nach Angeboten Ausschau halten. Es ist normal möglich, innerhalb von zwei Tagen etwas zu finden. Mit HKD 3500 bis 5000 muß man auch hier rechnen. Sowohl bei den Hostels als auch auf dem freien Wohnungsmarkt wirkt es sich recht positiv auf den Preis aus, wenn ein einheimischer Chinese das Zimmer oder die Wohnung anmietet. Wenn es geht, nehmt euch also einen Bekannten oder Arbeitskollegen mit. Es ist auch von Vorteil in einem höheren Stockwerk zu leben. Generell kann man sagen, je höher man wohnt, desto leiser wird es und desto besser wird die Luft.

...und in welchem Stadtteil?

Die Wahl des Stadtteils ist natürlich Geschmackssache. Ich persönlich würde auf alle Fälle Hong Kong Island irgendwo zwischen Sheung Wan und North Point empfehlen. Dort ist man überall in Laufweite einer MTR-Station und in der Nähe von Central und Wan Chai, wo sich ein Großteil des Nachtlebens abspielt. Man ist so eventuell weiter von seiner Arbeitsstelle entfernt, aber es zahlt sich meiner Meinung nach aus. Causeway Bay würde ich dabei eher meiden, da es das verkehrsreichste, lauteste und luftverschmutzteste Viertel Hongkongs ist. Alternativ kann man natürlich auch in Tsim Shau Tsui wohnen. Auch da gibt es nachts viel zu erleben. Je weiter man in die New Territories geht, desto billiger werden auch die Mieten. Für wen das ein großes Gewicht hat, sollte sich vielleicht mal in und um Tsuen Wan umschauen. Mit dem Minibus kommt man auch da nachts noch wieder hin. Für diejenigen, die es lieber ruhig haben und dafür andere Nachteile in Kauf nehmen, kann ich Lamma empfehlen. Wohnungsmieten in den meist nur zweistöckigen Häusern können dort um mehr als die Hälfte günstiger sein. Allerdings ist man dort immer auf die Fähre angewiesen, die nachts nicht verkehrt.

Meine eigene Bleibe

Ich hatte das Glück, dass mir meine Firma eine Wohnung gesucht hatte. Ich habe in Sheung Wan auf Hong Kong Island im siebten Stock mit Blick auf den Victoria Harbour gewohnt. Meine Mitbewohner waren den größten Teil der Zeit ein Hongkong-Chinese, eine Singapoore-Chinesin und ein Inder. Die Wohnung hatte ihre Vor- und Nachteile. Zum einen war es recht interessant und lustig mit den Menschen aus diesen verschiedenen Kulturen zusammenleben (auch wenn es die Chinesin sicherlich irgendwann genervt hat, dass sie dem Inder und mir immer erklären musste, worum es in der chinesischen Seifenoper gerade ging). Dazu hatte ich eine schöne Aussicht auf den Hafen, was die Enge der Wohnung etwas erträglicher gemacht hat, und letztlich wohnte in unserem Bad ein Gecko, der uns das Ungeziefer vom Leib gehalten hat. Andererseits hatten wir ein innliegendes unklimatisiertes Wohnzimmer und wenn dazu der Trockner, der dort stand, noch lief, wurde es dort fast unerträglich. Im Dezember und Januar, wo die Temperatur ein paar mal auf 5 °C sank, wurde es dann umso kälter in meinem Zimmer. Ich hatte zwei Außenwände mit riesigen Fenstern, und ohne Heizung war es drinnen so kalt wie draußen. Mit dem Heizlüfter, den ich mir dann zugelegt hatte, konnte ich das Zimmer grade so auf 11 °C erwärmen. Außerdem hatten wir unten ein Reislager im Haus, so dass jeden morgen zig LKW mit laufenden Motoren auf der Straße standen. Dazu verlief davor eine sechsspurige Schnellstraße in Höhe der dritten Etage. Im siebten Stock war es daher recht laut und teilweise auch recht stinkig. Gekostet hat mich die Wohnung HKD 3950.

Copyright by Tobias Wrede

Photos: eigene und Hong Kong Tourist Association

Last updated: 6 July 2004