Hongkongs und Chinas Flaggen

Was tun in Hongkong?

Auf dieser Seite möchte ich keine Auflistung all der Sehenswürdigkeiten in Hongkong geben. Dafür gibt es genug Reiseführer. Vielmehr möchte ich hier ein paar Orte und Möglichkeiten vorstellen, die mir sehr gut gefallen haben. Nach den ersten Wochen in Hongkong, in denen auch ich versucht habe, all die im Reiseführer beschriebenen Sehenswürdigkeiten abzuklappern, war das Denken danach doch eher praktisch ausgerichtet. Abwechslung und Entspannung von der alltäglichen Hektik zu finden, war das Ziel.

Abends

Discos in HK

Fast jede Kneipe in Hongkong hat gegen 19:00 eine Happy Hour. Also nichts wie hin nach der Arbeit, und zwei Bier zum Preis von einem trinken. Es ist erstaunlich, wie voll Lan Kwai Fong um diese Zeit schon ist. Lan Kwai Fong (auch kurz LKF genannt) ist eins der drei großen Ausgehviertel, jedenfalls für die Gweilos (Gwei=Gespenst, Lo=Mann, Bezeichnung für die Weißen). Hier finden sich eine Reihe von Kneipen und Musikbars und hier ist halt immer etwas los. Der zweite Anlaufpunkt für den Abend auf Hong Kong ist Wan Chai. Hier gibt es vorallem Musikbars und Discos und das legendäre Carnegie's, der Praktikantentreffpunkt am Dienstag Abend. Neben diesen zwei Vierteln auf Hong Kong bietet Tsim Shau Tsui (TST) in Kowloon auch einiges an Nightlife. Da ich auf Hong Kong gewohnt habe, war ich selbst aber meist auch dort unterwegs. Um nach Betriebsschluß der MTR noch den Hafen zu queren nimmt man am besten einen Minibus oder, wenn man zu mehreren ist, ein Taxi. Alternativ sucht man sich eins der vielen Restaurants oder Garküchen, die rund um die Uhr geöffnet sind, genehmigt sich seine Schüssel Nudeln zum Frühstück und fährt mit der ersten MTR wieder nach Hause. Wo gerade welche Parties steigen, verrät www.hkclubber.com.

Lan Kwai Fong In Lan Kwai Fong haben wir uns meist erst ein mal am Straßenschild getroffen und dort ein, zwei Bier aus dem nahegelegenen 7eleven getrunken, wo die Preise deutlich unter denen in den Lokalen (ab HKD 40 für ein Glas Bier) liegen. Wer noch was gegen den Hunger tun will, findet in der kleinen Sackgasse ein paar kleine und günstige Straßenrestaurants oder isst im Baci eine Pizza. Am besten probiert jeder selber aus, welche Kneipen einem hier gefallen. Ich war meist im California (Restaurant/Bar, später abends Disco), Mad Dogs (Disco/Bar, teilweise Live Musik), Insomnia (Bar mit Live Musik) oder im Red Rock (Disco, für LKF eher teurer) oberhalb LKFs an dem schmalen Weg über die Mauer zur Wyndham Street. In der Nähe am Escalator liegt The Dublin Jack (37 Cochrane Street), ein schönes Irish Pub. Nicht weit davon auch am Escalator ist das CE Top, eine Disco in drei Etagen eines stinknormalen Bürogebäudes. Gespielt wird meist Techno und Hip Hop, oft mit Gast DJs. Dies war auch der einzige Ort in Hongkong, wo ich mal Leute habe kiffen sehen. Eher ruhig geht es in der Bar oben im The Center zu. Dafür hat man dort einen tollen Ausblick über Hongkong.

In Wan Chai gibt es natürlich erstmal das Carnegie's (55 Lockhart Road). Hier gibt es jeden Dienstag zwischen 22:00 und 22:30 sowie 23:00 und 23:30 Wodka gratis und so hat es sich zum Praktikantentreff etabliert. Es ist eine eher rockige Kneipe mit Garantie, dass auf der Theke getanzt wird. Das Dusk Till Dawn (Jaffe Road) ist eine Schwester vom Insomnia, und auch hier treten jeden Abend Cover Bands auf. Die Straße runter ist das Joe Banana's (23 Luard Road, Eintritt HKD 100 incl. 1 Freigetränk der Woche). Diese Disco ist eigentlich immer voll und jeder Taxifahrer kennt sie. Das China Town hat bis 22:00 Happy Hour, 2 Cocktails für um die HKD 65. Im Beer Castle (19 Luard Road) bekommt man die ganze Nacht noch eine ordentliche einfache Mahlzeit, bei relativ günstigem Bier. The Wanch (54 Jaffe Road) bietet eher alternative Musik mit vielen Live Auftritten. Während alle anderen Lokalitäten langsam dicht machen, ging früher im Strawberry die Party erst richtig los. Hier wurde bis nach dem Morgengrauen getanzt. Mittlerweile ist dort aber nicht mehr ganz so viel los, dafür ist jetzt das Laguna eine Altenative geworden.

Auch in Causeway Bay gibt es noch ein paar nette Lokalitäten. Gut ist das Brechts mit seinen legendären Brechtsgirls und Freddy. Im The Gene (früher China Jump) gibt es zur Happy Hour das Bier für HKD 15. Mit häufigen Themeparties kommen die Partyhungrigen hier zusätzlich auf ihre Kosten.

Immer gut besucht in TST ist das Chasers (1-3 Knutsford Terrace). Es gehört dem gleichen Besitzer wie Dusk Till Down und Insomnia und auch hier spielen die Bands aus den beiden anderen Lokalen. Rustikal und ab und zu mit Live-Musik präsentiert sich das Someplace Else im Keller des Sheraton (20 Nathan Road). Australisches Flair bietet das Kangaroo Pub (35 Hai Phong Road). Ein Klassiker und Muss-man-gesehen-haben ist das Felix oben im 28. Stock des Peninsula Hotels (Salisbury Road), weniger wegen der Bar an sich (meiner Meinung nach recht versnobbt) sondern wegen seiner atemberaubenden vollverglasten Toilette mit atemberaubendem Blick auf den Hafen.

Essen

Wie schon eingangs erwähnt, gehört das Essengehen zu einem der wichtigsten Rituale in Hongkong sowohl privat als auch geschäflich. Die vielschichtige Bevölkerung Hongkongs aus aller Herren Länder beschert den Gast mit einem vielfältigen Angebot. Die verschiedenen Küchen Chinas (kantonesich, Chiu Chow, Peking, Sichuan, Schanghai, etc.), anderer asiatischer Länder (koreanisch, viatnamesich, indonesisch, japanisch, indisch, etc.) als auch der übrigen Kontinente sind allesamt vertreten, oft auch kreativ vermischt. Das Angebot reicht von Straßenverkäufern, über Garküchen bis hinzu zahlreichen Nobelrestaurants. In den kleinen Garküchen ist es mangels englischsprachiger Speisekarte geschweige denn Bedienung oft nicht leicht zu seinem Wunschessen zu kommen. Kennt man aber ersteinmal die chinesischen Namen seiner Lieblingsgerichte, kann man auch dort recht gut und vor allem günstig essen. Doch vorsicht, in manchen Lokalen ist es durchaus üblich, vor dem Essen seine Schale und Stäbchen mit der ersten Kanne Tee nocheinmal abzuspülen. Wenn man schon mal in Hongkong ist, sollte man es sich auch nicht entgehen lassen mal etwas exotischere Speisen wie Hühnerfüße und diverse Innereien zu probieren.

Restaurants lassen sich eigentlich ohne Mühe überall finden. Ein paar, die etwas herausstechen, möchte ich aber noch mal kurz erwähnen. Das Kublai's (18 Luard Rd, Wan Chai, 55 Kimberley Rd, TST und 1 Keswick St, Causeway Bay) bietet mongolische Küche. Das besondere ist, dass man sich als Gast an einem großen Buffet die Zutaten für sein Essen selbst zusamenstellt und diese dann zum braten in die Küche gibt. Fat Angelo's (414 Jaffe Rd, Causeway Bay, 49A-C Elgin St, Central und Kowloon Centre, 29-43 Ashley Rd, TST) ist ein italienisches Restaurant mit Einfluss der chinesischen Küche. Vorsicht, ein Gericht auf der Speisekart reicht hier für 2-3 Personen. Jo Jo's (Shop D, G/F, Towning Mansion, 50-56 Paterson St., Causeway Bay) ist eines der vielen indischen Restaurants. Dieses hat mir aber immer wegen seiner sehr netten Kellner gefallen. Der Vollständigkeit halber sei auch noch McDonalds erwähnt. Hongkong hat die größte McDonalds-Dichte der Welt und 7 der 10 meistfrequentierten Filialen der Welt stehen hier. Laut einer Umfrage isst jeder zweite Hongkonger mindestens einmal pro Woche bei dem amerikanischen Burgerbräter. Für den Erfolg sorgen wohl auch die günstigen Preise: ein großes Menü gibt es ab HKD 17.

Etwas Ruhe

Bei der ganzen Hektik und Enge im Alltag ist es ganz wichtig zum Ausgleich auch etwas Ruhe zu bekommen. Angesichts der schier endlosen Häuserschluchten ist es vielleicht unvorstellbar solche in Hongkong zu finden. Aber weit gefehlt. Es gibt durchaus einige erholsame Ecken in der Stadt. Unzählige kleinere und größere Parks laden zum Verweilen ein. Während die zu meist älteren Chinesen hier ihre Tai Chi Übungen machen und die philippinischen Hausmädchen an ihrem freien Tag ausgelassen mit ihren Freundinnen feiern, kann man selbst in Ruhe seine Zeitung lesen und einen Kaffee schlürfen. Darüberhinaus gibt es weitläufige unberührte Natur im Umland. Dazu habe ich auf einer eigenen Seite mehr geschrieben.

In der Stadt selbst möchte ich hier ein paar Stellen empfehlen. Der Hong Kong Park (zwischen Talstation der Peak Tram und Pacific Place) ist ein architektonisch sehr schön gestalteter Park. Neben zahlreichen Wiesen, Brunnen und Gärten gibt es eine Freiluftvoliere, ein Pflanzenhaus und ein gemütliches Café mit großer Terasse. An der Upper Albert Road liegt Hongkongs Zoological and Botanic Garden mit einer ansehnlichen Zahl von Tieren. In TST bietet der weitläufige Kowloon Park Erholung. Rund um den Victoria Peak gibt es auch zahlreiche Wiesen und Gärten. Hier findet sich ebenfalls eine der wenigen Jogging-Routen in Hongkong. Entspannen kann man auch am Outlying Islands Ferry Pier zwischen Sheung Wan und Central und am Pier in TST. Alle hier erwähnten Parks und auch den Zoo kann man gebührenfrei besuchen. Um am Sonntag Morgen einen Kaffee zu trinken und den weiteren Tagesverlauf zu planen, sind wir immer gerne in die Filiale der Pacific Coffee Company im IFC-Mall gegangen. Dieses Selbstbedienungscafé lockt mit gemütlichen Sofas und Sesseln, hat immer die neusten Tageszeitung parat und bietet darüberhinaus noch drei gebührenfreie Internetterminals.

Bei schönem Wetter sollte man auch unbedingt mal grillen gehen. Hongkong bietet unzählige öffentliche Grillplätze. Ein paar schön gelegene befinden sich zum Beispiel am Hong Kong Park View. Sie sind leicht mit dem Bus zu erreichen und ein ParkNShop ist gleich in der Nähe. Neben dem Fleisch bieten die Supermärkte auch Kohle, Grillgabeln und Roste zu Spottreisen an. Am Wochenende darf man aber nicht zu spät kommen. Die Plätze sind schnell überfüllt.

Wo man sonst noch hin sollte...

Jetzt komm ich doch noch in Versuchung, Reiseführer zu spielen. Aber ein paar Sachen, die mir gefallen haben und die ich nur weiterempfehlen kann, möchte ich nicht auslassen. Zum Einkaufen sollte man auf alle Fälle mal beim Temple Street Market, Ladies' Market und Stanley Market gewesen sein. Aber auch Mong Kok ist sehr interessant. Hier gibt es ganze Straßen, die auf nur eine Ware spezialisiert sind, z. B. eine Straße nur mit Schuhgeschäften, eine nur mit Fischen und Aquariumzubehör und eine nur mit Blumenläden. Weiterhin ist das Pferderennen mittwochs abends in Happy Valley sehr interessant. Der Eintritt kostet HKD 10 und das ist auch der Mindesteinsatz beim Wetten. Im Westen der New Territories zwischen Tuen Mun und Yuen Long gibt es einige interessante Sachen zu sehen, z. B. den Ching Chung Koon Temple und das Dorf Ping Shan des Tang-Klans. Dorthin gelangt man am besten mit der Fähre nach Tuen Mun und dann weiter mit der LRT.

...und was man sich ruhig sparen kann

Der größte Touristennap ist meiner Meinung nach der Buddha. Er ist angeblich der größte sitzende bronzene Buddha der Welt. Wäre ich extra wegen des Buddhas dorthin gefahren, hätte ich mich wohl ziemlich geärgert. So bin ich nur zufällig beim Abstieg vom Lantau Peak dort vorbei gekommen. Im Innern des Buddhas befindet sich noch eine Ausstellung, die aber gänzlich auf chinesisch ist. Darüberhinaus kostet der einzige Bus, der dorthin fährt, ungefähr drei mal so viel wie üblich. Vielleicht ist das Kloster interessanter. Dies war jedoch, als ich dort war, für Besucher geschlossen. Im Ocean Park bin ich nie gewesen, doch nach allem, was ich gehört habe, soll er auch nicht unbedingt sein Geld wert sein. Ähnlich verhält es sich mit dem Floating Restaurant in Aberdeen. Man kann ruhig mal hinüberfahren und es sich anschauen (kostet ja nichts), aber essen kann man woanders besser.

Copyright by Tobias Wrede

Photos: eigene und Hong Kong Tourist Association

Last updated: 6 July 2004